Maja von der Alme Maja von der Alme

Ich bin ja bekanntermaßen viel auf dem MPS unterwegs und wurde dort eines Tages von Tom, dem Chef vom MPS Fan Blog (Link unter Weltenwege / Dies & Das) angesprochen, ob ich nicht Lust zu einem Interview hätte. Nun, ich hatte nichts dagegen und habe zugesagt, ihr findet das ganze auf seiner Seite, aber natürlich auch hier:

Maja von der Alme – ein Faun auf dem MPS

MPS steht für Mittelalterlich Phantasie Spectaculum. Es ist nicht authentisch sondern fantastisch.

Besucher tauchen ein in eine andere Welt – schon in der Warteschlange an den Eingängen steht man zusammen mit Schwerbewaffneten, gar nicht so grimmig dreinblickenden Kriegern, edlen Maiden, Mönchen, Wikingern, Händlern, Bettlern und noch vielen mehr. Auf dem Platz begegnet man ihnen wieder, zusammen mit höchst fantastischen Wesen in jedem Alter, mal trifft man einen Ork, eine Hexe oder –  einen Faun.

Ich hatte schon lange vor, eines dieser Wesen nicht nur fotografisch einzufangen, sondern auch zu interviewen. Und siehe da, Faune sind gar nicht so scheu. In Remeringhausen sprach ich mit Maja von der Alme, die mir bereitwillig Auskunft über ihr Dasein als Fauna auf dem MPS und anderswo gab.

Hier ist das Interview.

Tom: „Hallo Maja, erzähl doch bitte erst ein bisschen etwas über Dich!“

Maja: „Ja, also ich bin Maja, nenne mich als Faun “Maja von der Alme” , komme aus dem kleinen Örtchen Almena im Extertal und bin 28 Jahre jung. Ich liebe das Mittelalter, musikmäßig besonders gern die Band Rapalje, bin unglaublich gern auf dem MPS, bin auch viel mit dem Rapalje Fan Club unterwegs, zeichne gerne, schreibe Geschichten …“

Tom: MPS ist das Stichwort. Wie lange gehst Du hier hin?“

Maja: „ Angefangen hat das ganze ungefähr vor zwei Jahren. Da bin ich mit einem damaligen Freund auf dem MPS gewesen und der sagte, oh, das müssen wir uns mal angucken, das ist klasse, und ich dachte, o.k. guck ich mir mal an. Ich kam auf das Gelände, diese Flair, das hat irgendwie gepasst und als ich dann Rapalje kennen gelernt habe, entwickelte sich das dann so.“

Tom: „Wo war das? Welches war dein erstes MPS?“

Maja: „Das war in Bückeburg.“

Tom: „In Bückeburg haben sie anscheinend alle angefangen, ich auch. Bist du da schon gewandet hingegangen?“

Maja: „Nein. Das mit der Gewandung kam recht spät. Ich bin erst im Schottenrock – also noch kein Kilt, sondern rapaljemäßig angepasst, hingegangen. Tierkostüme sind nicht wirklich marktgeeignet, weil – es ist warm, man sieht nichts. Mit dem passen ist auch wieder so ein Ding, und dann suchte ich eine Darstellung, wo ich mich halt frei bewegen kann, also nicht mit einem ganzen Kostüm und dann kam logischerweise ein Mischwesen am besten in Frage. Da bot sich der Faun oder Satyr irgendwie an. Und dann habe ich angefangen, diesen Charakter „Maja von der Alme“ auszuarbeiten.“

Tom: „Man spiegelt in der Gewandung oft das wider, was man gerne sein möchte oder womit man sich verbunden fühlt. Ist das bei Dir auch so?“

Maja: „In gewisser Weise ja. Man sagt ja immer, Faune sind so schrecklich naturverbunden – ich mag die Natur auch furchtbar gerne, aber ich bin jetzt nicht sooo extrem naturverbunden. Maja ist ein Charakter, die ich selbst erstellt habe und dadurch ist sie schon in gewisser Weise ein Teil von mir und ich fühl mich auch unglaublich wohl in der Rolle. Ich bin immer wieder traurig, wenn ich mal auf dem MPS durch widrige Umstände nicht der Faun sein kann. MPS und Faun ist eine Verbindung, die gehört für mich einfach zusammen. Diese Gewandung gehört für mich zum MPS. Mich kennen auch schon viele, auch von den Händlern schon, ich hör dann „Hey Maja, wie geht’s“ und mit den Hörner schon alleine – fällt ja überhaupt nicht auf, hust hust [sie lacht], das ist schon irgendwie cool. Auch wenn man so über die Campside gehen dann hört man“ Och, Du warst doch hier und da und ich hab Dich da gesehen, viele kommen an und fragen, ob sie ein Foto machen dürfen, Der Faun und MPS das gehört zu mir es ist in gewisser Weise ein Teil von mir.“

Tom: „Man fällt also auf in diesem Kostüm. War das auch die Absicht? Wolltest Du gesehen werden? Dich von der Masse so abzuheben?“

Maja: „Sagen wir das mal so: Das ja, das auf alle Fälle. Also von der Masse abheben und angesprochen zu werden, damit hab ich kein Problem. Ich bin jetzt nicht so quotengeil, dass ich´s unbedingt bräuchte, aber ich hab kein Problem damit. Von der Masse abheben, auffallen, ja, auf jeden Fall. Ich war schon immer Individualist, Mainstream ist so gar nicht meines.

Tom: „Das nächste Stichwort ist Rapalje. Was gefällt Dir an Rapalje so besonders?“

Maja: „Puuh. Tja, das Ganze würd ich sagen. Rapalje ist halt Rapalje, die machen ihr eigenes Ding, wie sie ihre Lieder spielen, wie sie selber so drauf sind auf der Bühne. Die vier sind ja an sich vollkommen verschieden aber es passt alles supergut zusammen, es ist einfach ein Gesamtbild. Und dieses Lockere auch. Nicht nur auf der Bühne, auch mit den Fans selber. Man kann mit denen auch mal quatschen und Blödsinn machen, die sind total locker drauf.“

Tom: „Von der Musikrichtung her spielen sie ja Traditional und Folk. Stehst Du sonst auch auf solche Sachen?“

Maja: Das hat mit Rapalje angefangen und war vorher gar nicht so interessant. Das hatte ich vorher gar nicht so auf dem Schirm. Erst durch Rapalje, die ich ja in Bückeburg nur am Rande wahrgenommen habe, tja und dann habe ich mich gefragt, wer sind die eigentlich und habe dann gegoogelt. Dabei kommt man auf andere Bands die auch auf dem MPS so rumturnen, Fiddlers Green, Metusa und so und das habe ich dann einfach mal so durchgehört. Aber hängen geblieben bin ich dann bei Rapalje.

Tom: „Der Rest ist jetzt nicht so dein Ding? Aber bei Metusa hab ich dich auch schon oft gesehen…“

Maja: „Was heißt jetzt nicht mein Ding? Ich hör es mir mal an, Saor Patrol sowieso, SaMo auch, ich hab auch einige Alben von denen Zu Hause, aber ich bin halt kein Fan von denen. Ich hör die gerne und find die gut, aber Rapalje ist wieder was anderes, eine andere Schublade.“

Tom: „Erzähl mal was über Deine Homepage. Du hast eine eigene Website, die sich auch mit Faunen beschäftigt.

Maja: „Genau, das ist mein Faunenwald. Internetseiten baue ich furchtbar gerne, habe ich mir mehr oder weniger selber beigebracht. Ich hab gedacht, wenn du so den Faun hast und da ja viele Fotos von gemacht werden – irgendwie willst du die ja zeigen. Dann habe ich irgendwann damit angefangen, diese Website dafür zu bauen. Ich schreib ja auch Geschichten und ich habe mir gedacht, was würden Faune vielleicht erzählen wenn sie abends am Lagerfeuer sitzen. Ich habe dann kleine Legenden erfunden, hab die dort reingestellt. Da ich auch Tin Whistle spiele, habe ich Bilder gemacht wie ich als Faun spiele und die da reingestellt, viele Links, was ich halt so interessant fand.

Tom: „Das ist also eine Unterstützung Deines Hobbies, Ausleben von Kunst durch Schreiben? Kann man das so sagen?“

Maja: „Ja, in gewisser Weise schon. Ich schreibe ja auch Fan Fictions und auch eigene Sachen, aber momentan will die Muse mich nicht küssen, ich glaub die hat was gegen mich, oder ist im Urlaub.

Tom: „manchmal hat man halt ´ne Schreibblockade…“

Maja: „Hm, ja, bei mir dauert die grad etwas länger, ich glaub ich muss mir bei ebay ´ne neue Muse kaufen… aber ich zeichne auch unglaublich viel, aus dem Bereich andromorphe Tiere und Fantasy, schreibe momentan über zwei Schotten und da zeichne ich auch sehr viel zu. Ich bastel auch sehr gerne, mit allem was mir in die Finger kommt, bei mir gibt’s kein Schrott sondern nur Material. Vom Strohhalm bis zum Pappbecher krieg ich alles irgendwie unter.

Tom: „Wenn man sich Deine Gewandung anguckt, dann ist die ungeheuer detailreich. Wenn wir uns die Fotos anschauen, die wir gemacht haben, dann sieht man, da steckt viel Liebe zum Detail drin. Das macht ja richtig viel Arbeit, das macht man ja nicht auf einmal. Entwickelt sich das so im Laufe der Zeit?

Maja: „Auf alle Fälle. Die Grundkonstruktion waren so zwei Wochen, diese Hose alleine nähen, dann diese Paddings, das ist alles handgeschneidert. Dann war da das Ding mit den Hufen. Wie stellt man diese Hufe dar? Das war ein Problem mit den Schuhen. Dann war die Hose fertig und die Schuhe klappten nicht. Angefangen habe ich mit Kunstharz, das ist mir hier in Remeringhausen zerbröselt [im letzten Jahr]. Dann: wie krieg ich die Hörner auf den Kopf? Ich habs mit `ner Perücke, mit `nem Haarreif probiert, aber das klappte hier nicht und dort nicht, nach so nem MPS merkt man dann, „Hm, das muss da noch anders“, das ist immer so eine Weiterentwicklung. Auch diese Kleinigkeiten, die Du gerade ansprachst. Ich hab ja diesen Gürtel um an dem die Kleinigkeiten dranhängen. Dann sieht man hier mal was und da mal was, dann hat man vielleicht ein Ohrring übrig oder findet in einer Kiste noch etwas und denkt: „Ah ja, das könnte passen“

Tom: „Was machst Du, wenn Du nicht Faun bist?“

Maja: „Viel schreiben. Im Augenblick habe ich keinen Job, ich suche noch. Ansonsten bin ich im Internet, im Rapalje Fan Club muss man immer auf dem neusten Stand bleiben, da werden viel Aktionen gemacht innerhalb des Clubs, und ich beschäftige mich viel mit meiner eigenen  Internet Seite.

Tom: „Zum Schluss nochmal: Drei Stichworte, die Dir ganz spontan zum MPS einfallen!“

Maja: „Zuhause – Musik – Geselligkeit“

Tom: „Vielen Dank fürs Interview!“